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Das Leben von Robert Kratz

Robert Kratz wurde am 10. Mai 1898 in einer Landarbeiterfamilie im Kreis Eisenach geboren. Mit 9 Jahren verlor er durch Krankheit das Gehör und kam deshalb aus einer Dorfschule in die damalige Taubstummenanstalt Weimar. Nach dem Schulbesuch lernte er Maler. Später arbeitete er viele Jahre in der Auto-Industrie und spezialisierte sich zum Autolackierer. Dort hatte er es als Gehörloser nicht leicht. Vielen Betriebsangehörigen fehlte es an Verständnis für die Probleme, die die Gehörlosigkeit mit sich bringt. Dies mag wesentlich dazu beigetragen haben, dass sein Wille, sich als Handwerker selbstständig zu machen, immer stärker wurde. 1936 war es dann soweit. Robert Kratz machte sich als Autolackierer selbstständig und legte die Meisterprüfung ab. Über zwanzig Jahre leitete er eine kleine Werkstatt.

Schon in jungen Jahren hatte sich der Verstorbene für seine Schicksalsgenossen eingesetzt. 1927 gehörte er zu den Gründern des Reichsverbandes der Gehörlosen (REGEDE) und damit zum Entstehen des heutigen Landesverbandes der Gehörlosen Thüringen e.V. beigetragen. Für seine Frau und seine Kinder war es durch Gewohnheit zur Selbstverständlichkeit geworden, dass er stets an den Wochenenden für die Interessen der Gehörlosen unterwegs war. Als 1957 der Allgemeine Deutsche Gehörlosenverband gegründet wurde, gehörte Robert Kratz weiterhin dem Gründerkomitee an. Er übergab seinem Schwiegersohn die Werkstatt, um sich ganz dem Aufbau des neuen Gehörlosenverbandes zu widmen. Jahrelang war er der Sekretär des Bezirksvorstandes Erfurt und später sein Vorsitzender. Auch dem Zentralvorstand gehörte er an. Mit der Kraft seiner Persönlichkeit sorgte er dafür, dass die Tätigkeit des Verbandes auf die Lösung der aktuellen gesellschaftspolitischen Aufgaben ausgerichtet wurde. Diese aktive Tätigkeit für die Interessen der Gehörlosen brachte ihm Achtung und Anerkennung ein. Er wurde mit dem „Samuel-Heinicke-Preis“, den Ehrennadeln des Verbandes in Gold, Silber und Bronze und mit der Ehrenplakette des Deutschen Verbandes für Versehrtensport ausgezeichnet. Nachdem er aus Altergründen mit 75 Jahren seine aktive Funktionärstätigkeit beenden musste, wurde ihm die Anerkennung seiner Verdienste als Ehrenmitglied des Bezirksvorstandes und des Zentralvorstandes des GSV der DDR zugeteilt

Robert Kratz verstarb am 27.09.1978 in Weimar. Am 3. Oktober 1978 nahmen auf dem Weimarer Friedhof neben seinem Familienangehörigen zahlreiche Gehörlose Abschied von ihm.

Wir, der Landesverband der Gehörlosen Thüringen e.V., wollen alljährlich einige Personen mit der Robert-Kratz-Plakette würdigen.


Verleihung der Robert-Kratz-Plakette

Der Vorstand des Landesverbandes der Gehörlosen Thüringen e.V. kann die Verleihung der Robert–Kratz–Ehrenplakette an Einzelpersonen beschließen, die sich unermüdlich um die Entwicklung des Verbandes und Interessen der Gehörlosen und Hörgeschädigten Thüringens besonders verdient gemacht haben.

Diese zur Ehrung vorgeschlagenen Personen sollten in der Regel Mitglied in einem Gehörlosenverein sein, welcher dem Landesverband der Gehörlosen Thüringen e.V. als Mitglied angeschlossen ist oder Mitglied von Gehörlosenverbänden und –vereinen, welche Mitglied im Deutschen Gehörlosen-Bund sind und sich um die Gehörlosengemeinschaft besondere Verdienste erworben haben.

Des Weiteren können hörende Persönlichkeiten zur Ehrung mit der „Robert-Kratz-Ehrenplakette“ vorgeschlagen werden, welche sich um die Gehörlosengemeinschaft, in der Gehörlosen- und Hörgeschädigtenbildung, der Gehörlosenkultur, in der Sozialarbeit für Gehörlose in der kirchlichen Gemeinde oder im Gehörlosensport in Thüringen langjährig besonders Verdient gemacht haben.

Vorschläge für die Verleihung dieser Ehrenplakette können von den Mitgliedsvereinen oder vom Landesvorstand eingebracht werden. Die Verleihungen erfolgen auf Beschluss des Landesvorstandes durch eine Plakette und eine Verleihungsurkunde.


Liste der bisher Geehrten

Jahr (Ort der Ehrung)Namen der Geehrten
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2002 (Eisenach)

Werner Kunstmann (Gera) †

Erich Lenke (Weimar) †

Erika Pollex (Zeulenroda) †

Gerhard Sauerbrey (Arnstadt) †

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2003 (Jena)

Kurt Heller (Bad Salzungen)

Wolfgang Schimansky (Gotha) †

Heinz Schumann (Ilmenau) †

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2004 (Bad Blankenburg)

Traudel Ehrlich (Erfurt) †

Dietrich Mett (Suhl)

Erhard Müller (Erfurt)

Horst Pritschow (Mühlhausen)

Rosa Schütz (Erfurt) †

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2005 (Bad Salzungen)

Helmut Arle (Zeulenroda)

Jörg Beyer (Weimar)

Horst Dittmar (Bad Salzungen)

Axel Lütz (Sömmerda)

Frank Wartenberg (Erfurt)

Gerlinde Gerkens (Kiel)

Karl Reschke (Berlin)

Dr.Karl-Heinz Hirsch (Erfurt)

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2006 (Erfurt / Weimar)

Ursula Schiebel (Erfurt)

Waltraut Trappe (Eisenach)

Günther Liebermann (Mühlhausen)

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 2007 (Erfurt)

Alfons Rogge (Heiligenstadt)

Ingrid Kiaulehn (Saalfeld)

Erika Beyer (Weimar)

Harri Etzhold (Erfurt)

Ingo Hüttner (Gera)

Martina Krause (Saalfeld)

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2009 (Gera)

Helmut Völler (Meiningen) †

Thomas Wartenberg (München)

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2010 (Weimar)

Rudolf Sailer (München)

Prof. Christian Rathmann (Hamburg)

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2010 (Elxleben)

Sigurd Göpel (Erfurt)

Wolfgang Elm (Gera)

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2010 (Weimar)

Lisa Michaelis (Erfurt)

Marlis Scholz-Rauh (Saalfeld)

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2012 (Jena)

Helmut Schönke (Jena)

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2013 (Erfurt)

Bettina Möbius (Erfurt)

Kerstin Müller (Saalfeld)

Marco Kallenbach (Schmalkalden)

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2015 (Schmalkalden)

Bodo Funcke

"Wilde Helden"

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2015 (Erfurt)

Dr. Paul Brockhausen

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2017 (Erfurt)

Helga Löffler (Gera)

Wolfgang Löffler (Gera)

Irmtraud Sieland (SGH TBL)

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2018 (Erfurt)

Karola Stange (Erfurt)

Eva Prinz